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Asyl in Spanien beantragen Schritt für Schritt: Erstinterview für internationalen Schutz (2026)

18 de April de 2026 8 Min. Lesezeit
En resumen: Vollständige und aktuelle Anleitung zur Beantragung von internationalem Schutz in Spanien: wo Sie Ihren Asylwunsch äußern können, wie das erste Interview beim OAR abläuft, welche Dokumente Sie brauchen, welche Rechte Sie haben und welche Organisationen Ihnen kostenlos helfen.

Sie sind gerade in Spanien angekommen und brauchen Schutz: wo anfangen

Wenn Sie aus Ihrem Land vor Verfolgung, Krieg, Gewalt oder Bedrohungen gegen Ihr Leben geflohen sind, haben Sie das Recht, in Spanien internationalen Schutz (Asyl) zu beantragen. Es spielt keine Rolle, wie Sie eingereist sind oder ob Sie Dokumente haben. Das spanische und europäische Recht schützt Sie.

Dieser Leitfaden ist für Sie geschrieben: für Familien, die gerade angekommen sind, die das System nicht kennen, die Angst haben und nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Gehen wir es Schritt für Schritt durch, in Ruhe.

Das Wichtigste: Das Asylverfahren ist völlig kostenlos. Niemand darf Ihnen Geld für die Beantragung von internationalem Schutz berechnen. Wenn jemand Geld für die Bearbeitung Ihres Antrags verlangt, ist es Betrug. Sie haben Anspruch auf einen kostenlosen Anwalt und Dolmetscher.

Schritt 1 — Den Willen zur Asylbeantragung erklären

Das Erste, was Sie tun müssen, ist, Ihren Willen zu erklären, internationalen Schutz zu beantragen. Dies kann an mehreren Orten geschehen:

  • Amt für Asyl und Zuflucht (OAR) in Madrid — dies ist der Hauptstandort.
  • Polizeistationen mit Ausländerdienst, in jeder Provinz.
  • Grenzposten: Flughäfen, Seehäfen, Landübergänge (Ceuta, Melilla).
  • Abschiebungshaftzentren (CIE): Wenn Sie inhaftiert sind, können Sie den Antrag direkt dort stellen.
Wichtige Frist: Sie haben 1 Monat ab Ihrer Einreise nach Spanien, um Ihren Asylwunsch zu erklären. Diese Frist kann bei nachgewiesenem triftigem Grund verlängert werden, aber lassen Sie sie nicht verstreichen. Handeln Sie so schnell wie möglich.

Wenn Sie Ihren Willen erklären, erhalten Sie ein Dokument namens „Erklärung der Absicht, internationalen Schutz zu beantragen". Dieses Papier schützt Sie bereits vor Abschiebung und enthält das Datum Ihres formellen Interviews.

Schritt 2 — In Madrid konkret: wohin gehen

Wenn Sie in Madrid sind, ist der Hauptstandort das Amt für Asyl und Zuflucht (OAR):

  • Adresse: Calle Pradillo, 40 — 28002 Madrid (Bezirk Chamartín)
  • Metro: Alfonso XIII (Linie 4)
  • Termintelefone: 913 22 01 89 / 913 22 01 90 (Montag bis Freitag, 9:00 bis 19:00)
  • Allgemeines Telefon: 060

Sie können auch zur Provinzialbrigade für Ausländer und Grenzen in Madrid gehen oder zu jeder Polizeistation der Nationalpolizei mit Ausländerdienst.

Terminvereinbarung: Derzeit ist ein telefonischer Termin für das OAR in Madrid erforderlich. Rufen Sie die oben genannten Nummern an. Das Verfahren ist kostenlos — seien Sie vorsichtig bei Sondernummern (806, 807, 905).

Schritt 3 — Welche Dokumente mitbringen

Für Ihren Termin beim OAR oder bei der Polizeistation versuchen Sie, Folgendes mitzubringen:

  • Reisepass oder Ausweisdokument Ihres Landes (wenn vorhanden — wenn nicht, macht das nichts, Sie können trotzdem einen Antrag stellen).
  • 2 Passfotos mit weißem Hintergrund.
  • Alle Dokumente, die Ihre Geschichte stützen: Arztberichte, Polizeianzeigen, Drohbriefe, Nachrichtenartikel, Fotos, Geburts- oder Heiratsurkunden.
  • Wenn Sie mit minderjährigen Kindern reisen, deren Ausweisdokumente und Nachweise der Verwandtschaft.

Wenn Sie gar keine Dokumente haben, machen Sie sich keine Sorgen. Das Fehlen von Dokumenten verhindert nicht, dass Sie Asyl beantragen können. Der Beamte wird Ihre mündliche Aussage aufnehmen.

Schritt 4 — Das erste Interview: was Sie erwartet

Das formelle Interview ist der wichtigste Moment im Verfahren. Hier ist, was Sie wissen sollten:

  • Es ist individuell und vertraulich. Nichts, was Sie sagen, wird den Behörden Ihres Herkunftslandes mitgeteilt.
  • Es wird von einem auf internationalen Schutz spezialisierten Polizeibeamten durchgeführt.
  • Sie werden zu Ihren persönlichen und familiären Daten, Ihrer Reiseroute (wie Sie nach Spanien gekommen sind) und vor allem zu den konkreten Gründen, warum Sie Schutz brauchen, befragt.
  • Sie haben Anspruch auf einen kostenlosen Anwalt, der Sie während des gesamten Interviews unterstützt.
  • Sie haben Anspruch auf einen kostenlosen Dolmetscher in Ihrer Sprache. Fordern Sie dies bei der Terminvereinbarung an.
  • Wenn Sie eine Frau sind und geschlechtsspezifische oder sexuelle Gewalt erlitten haben, können Sie verlangen, von einer weiblichen Beamtin betreut zu werden.
Grundlegender Rat: Erzählen Sie die ganze Wahrheit, mit so vielen Details wie möglich. Lassen Sie nichts aus Scham oder Angst aus. Die Vertraulichkeit ist absolut. Je detaillierter und schlüssiger Ihre Geschichte ist, desto größer sind Ihre Chancen, dass Ihnen Schutz gewährt wird.

Schritt 5 — Nach dem Interview: die rote Karte

Nach dem formellen Interview erhalten Sie den sogenannten „Resguardo" oder das „weiße Blatt", das Ihre NIE (Ausländeridentifikationsnummer) enthält. Dieses Dokument:

  • Erlaubt Ihnen, legal in Spanien zu bleiben, während Ihr Fall geprüft wird.
  • Ist 9 Monate gültig, verlängerbar.
  • Innerhalb des ersten Monats erhalten Sie eine Antwort, ob Ihr Antrag zur Bearbeitung zugelassen wird.

Wenn Sie dieses Dokument verlängern (normalerweise nach 6 Monaten), erhalten Sie die rote Karte (tarjeta roja) — das Dokument, das Sie offiziell als Antragsteller für internationalen Schutz ausweist. Mit der ersten Verlängerung der roten Karte:

  • Können Sie legal arbeiten, sowohl als Angestellter als auch selbstständig.
  • Haben Sie Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem (kostenlose medizinische Versorgung).
  • Können Sie auf das Aufnahmesystem zugreifen: Unterkunft, Verpflegung, finanzielle Hilfe und soziale Betreuung.

Die maximale Frist für die Regierung, Ihren Antrag zu entscheiden, beträgt 6 Monate ab der Zulassung zur Bearbeitung, obwohl es in der Praxis länger dauern kann.

Schritt 6 — Organisationen, die Ihnen kostenlos helfen

Sie sind nicht allein. Diese Organisationen bieten völlig kostenlose rechtliche, soziale und Aufnahmehilfe:

CEAR — Spanische Kommission für Flüchtlingshilfe

  • Madrid: Avda. General Perón, 32, 2. OG rechts
  • Telefon: 91 598 05 35
  • Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 9:00 bis 14:00
  • Web: www.cear.es

UNHCR Spanien — UN-Flüchtlingshilfswerk

  • Madrid: C/ Cedaceros, 11, 1. A — 28014 Madrid
  • Telefon: 91 369 06 70 / 91 077 21 50 (Mo-Fr, 10:00-12:00)
  • Kostenlose Leitung: 900 900 532 (Mo-Fr, 8:30-21:00)
  • Web: help.unhcr.org/spain

Rotes Kreuz — Flüchtlingsprogramm

  • Madrid: C/ Valdecanillas, 112 — 28037 Madrid
  • Telefon: 91 532 55 55
  • Web: www.cruzroja.es

ACCEM

  • Madrid: C/ Ma Soledad Torres Acosta, 1, 1. OG — 28004 Madrid
  • Telefon: 91 532 74 78
  • 24h Notfälle: 637 274 256
  • Web: www.accem.es

Red Acoge

  • Madrid: C/ Cea Bermúdez, 43, 3. B — 28003 Madrid
  • Telefon: 91 563 37 79
  • Web: redacoge.org

Schritt 7 — Asyl und die außerordentliche Regularisierung 2026

Wenn Sie vor dem 1. Januar 2026 internationalen Schutz beantragt haben und schon einige Zeit in Spanien leben, können Sie auch von der außerordentlichen Regularisierung 2026 profitieren. Beide Verfahren sind kompatibel.

Lesen Sie unseren ausführlichen Leitfaden: Regularisierung 2026 für Asylbewerber und Antragsteller auf internationalen Schutz.

Wenn Sie gerade erst in Spanien angekommen sind, gilt die Regularisierung wahrscheinlich noch nicht für Sie, aber Ihr Asylantrag läuft normal weiter.

Wenn Sie mit minderjährigen Kindern reisen, müssen Sie deren Dokumentation separat bearbeiten. Wir erklären wie in: Ausländeranträge für minderjährige Kinder einreichen.

Offizielle Quellen und Rechtsgrundlage

Wichtiger rechtlicher Hinweis: Dieser Leitfaden dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine spezialisierte Rechtsberatung. Jeder Asylfall ist einzigartig und hängt von persönlichen Umständen ab. Wir empfehlen Ihnen dringend, sich an einen auf internationalen Schutz spezialisierten Anwalt oder eine der oben genannten Organisationen zu wenden, die kostenlose Rechtsberatung anbieten. Adressen, Telefonnummern und Verfahren können sich ändern — überprüfen Sie immer die offiziellen Quellen.
Aviso: Este articulo es informativo y no constituye asesoramiento legal. La normativa puede cambiar. Consulta siempre fuentes oficiales y, si tu caso es complejo, busca un abogado de extranjeria.

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